Wir ziehen um. Seit Jahren trage ich mein und unser gelebtes Leben vom Boden herunter. Das meiste werfe ich weg, weil es nicht mehr zu verwerten ist. Angefangen habe ich mit meinem Leben als Architekt und Fotograf. Das waren allein Tonnen von Papier, keine Ahnung, wie wir das alles auf den Boden bekommen haben. Alte Modelle, Unmengen Bücher, Zeitschriften, Akten, Gesetze usw. Dieses Jahr war sogar die Aufhebefrist für die Steuerunterlagen vorbei und auch das Papier ging den Weg des Recyclings.
Seit einem Jahr sind wir dabei unser Leben als Cafebetreiber vom Boden zu tragen. Hier sind wirklich viele brauchbare Dinge angehäuft. Aber es gibt wenige Abnehmer für Tassen und Teller, Besteck, Küchenutensilien usw. usw., die Menschen sind, scheints, gut ausgestattet oder kaufen lieber neu.
Und dann sind da noch die Dinge, die sich ohnehin in 25 Jahren Haushaltsführung ansammeln, die noch immer praktisch, aber seit einem sehr sehr langen Moment nicht gebraucht werden.
In mir ist der große Drang alles "in die Tonne zu kloppen". Es ist weniger das Gefühl, ich könnte es noch gebrauchen, irgendwann, als der Respekt vor den Dingen, vor Arbeit, Energie, dass ich es einfach nicht übers Herz bringe, die Tonne aufzumachen und alles wegzuwerfen.
Was also anfangen mit den angehäuften Dingen?
Ich fühle ihr Gewicht und dieses Gewicht wird allmählig zur Last. Ich werde noch einmal versuchen, Interessenten zu finden. Wenn das nicht fruchtet, gehen die Dinge wieder in den Kreislauf. Vielleicht wird dann aus hunderten Schrauben ein Fahrrad (Davon kann man in Halle nicht genug haben, soviel wie die Drahtesel geklaut werden. ;) ). Und ich fahre eines Tages auf meinen alten Schrauben durch die Lande.
Aber vielleicht bin ich ja dann auch schon den Rundlauf der Dinge gegangen und sitze als Martha auf dem Fahrrad.
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