Ich habe gerade einen Film gesehen - Hüter der Erinnerung.
Ein Bild eines Lebens ohne Farbe, ohne Emotionen, ohne Liebe, Wut, vollkommen geregelt und überwacht. Nur der Hüter der Erinnerung hat eine Sicht auf das, was war, kommt mit all dem in Berührung, was vor allen anderen verborgen wird, um die Ordnung nicht zu zerstören.
Der Film hat mich auf verschiedenen Ebenen berührt.
Zum einen auf meiner ganz persönlichen, in meiner psychotherapeutischen Ausbildung lerne ich so viel über mich selbst, komme an Gefühle und Emotionen, die so tief in mir verborgen waren, dass ich gar nicht wusste, dass sie in mir existieren. Grau und emotionslos, jede Kante, jede Ecke weggebügelt, alle Gefühle verschüttet unter einem riesigen Haufen Abhängigkeiten, Moral, Identitäten usw. Es ist schön, dass doch alles in mir vorhanden blieb, als wäre ich mein eigener Hüter der Erinnerung, und ich Schippe für Schippe den Haufen abtragen kann. Die Welt ohne Gefühle ist grau und genauso hat es sich in mir angefühlt. Ich bin nicht immer glücklich, das Verborgene zu sehen, es ist anstrengend und schmerzvoll. Und doch kommt Farbe, Liebe, Fülle, Lebendigkeit in mein Leben. Es ist manchmal, als würde ich mir in einem Traum begegnen und ich sähe jemanden, der mir bekannt vorkommt und doch so fremd ist, aber ich weiß genau, dass ich ihn kenne. Ich nähere mich dem, was ich mein Selbst nennen würde, in dem einfach alles da sein darf.
Im Film wurde alles und jeder überwacht, alles war geregelt. Keine Berührungen, keine Emotionen, keine Geburt, keine Tod, keine Liebe, keine Farben, nicht einmal Tiere gibt es. Alle leben nach den gleichen Regeln. Und alles, um sich selbst, die Menschheit im Griff zu haben.
Angesichts des Chaos, was der Mensch auf der Erde anrichtet, ein verständlicher Impuls. Nur würden wir uns zu ausgefeilten Bionikmaschinen degradieren.
Ich habe keine Ahnung, wie man das Leben auf der Erde entwickeln könnte, dass es ein Miteinander, ein Ganzes werden kann. Eins scheint mir jedoch klar, ein jeder muss sich an die eigene Nase fassen und Eigenverantwortung übernehmen. Es ist zu einfach, sich dem "System", der Religion, dem Chef, dem Geld oder was auch immer unterzuordnen und sich darauf zu beziehen, dass man ja gar nicht anders könnte, selbst wenn man wollte. Damit begibt man sich ins "Grau" und weit weg von dem was unsere Menschlichkeit auszeichnet, Liebe, Mitgefühl, Verantwortung, Freiheit, ja selbst vom Göttlichen in uns, von unserer Anbindung an das Ganze.
Innere Freiheit
Meditation Entspannung Bewusstes Leben
Mittwoch, 28. Januar 2015
Montag, 19. Januar 2015
Ich suche nicht...
Ich
suche nicht - Ich finde
Suchen,
das ist das Ausgehen von alten Beständen
Und
das Finden-Wollen von bereits Bekanntem.
Finden,
das ist das völlig Neue.
Alle
Wege sind offen,
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein
Wagnis, ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher
Wagnisse
können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die im
Ungeborgenen sich geborgen wissen,
die in der Ungewissheit geführt
werden,
die sich vom Ziel ziehen lassen
und nicht selbst das Ziel
bestimmen wollen.
Pablo
Picasso
Diesen kleinen Text hat eine Freundin auf Facebook gepostet. Er berührt mich, ich fühle, dass ich im Grunde oft schon die Erfahrung des Finden gemacht habe, aber noch nicht wirklich das Vertrauen entwickeln konnte, das Suchen als eine Art Sicherheit loslassen zu können.
Geduld mit mir und das Einlassen auf das Leben werden mir behilflich sein.
Mittwoch, 17. Dezember 2014
Ich muss nicht...
Manchmal ist es so einfach.
Ich muss nicht.
Heute morgen hatte ich beim Meditieren so meine Schwierigkeiten mit dem Sitzen. Der Rücken schmerzte, irgendwie schien meine Haltung nicht zu stimmen. Ich hatte das Gefühl, mich dauernd korrigieren zu müssen. Einerseits um "richtig" zu sitzen, andererseits entspannen zu können. Entspannen muss ich ja beim Meditieren, sonst ist es nicht richtig...
Soviel "muss" in mir. Und dann war es ganz einfach. Ich muss nicht. Wer legt denn fest, dass ich muss? Ich.
Es ist meine Entscheidung. Ich muss nicht ein guter Meditierer sein, oder entspannt, oder ein guter Mann, oder ein guter Arbeiter, oder ein guter Sohn, oder, oder, oder . . .
So war es leicht, zuzulassen, dass der Rücken schmerzt, Unruhe in mir ist, Gedanken, Gewühl und mit einem Mal auch Entspannung.
Ich ent(-)scheide, dass alles, was in mir da ist, sein darf.
Ich muss nicht.
Heute morgen hatte ich beim Meditieren so meine Schwierigkeiten mit dem Sitzen. Der Rücken schmerzte, irgendwie schien meine Haltung nicht zu stimmen. Ich hatte das Gefühl, mich dauernd korrigieren zu müssen. Einerseits um "richtig" zu sitzen, andererseits entspannen zu können. Entspannen muss ich ja beim Meditieren, sonst ist es nicht richtig...
Soviel "muss" in mir. Und dann war es ganz einfach. Ich muss nicht. Wer legt denn fest, dass ich muss? Ich.
Es ist meine Entscheidung. Ich muss nicht ein guter Meditierer sein, oder entspannt, oder ein guter Mann, oder ein guter Arbeiter, oder ein guter Sohn, oder, oder, oder . . .
So war es leicht, zuzulassen, dass der Rücken schmerzt, Unruhe in mir ist, Gedanken, Gewühl und mit einem Mal auch Entspannung.
Ich ent(-)scheide, dass alles, was in mir da ist, sein darf.
Montag, 4. August 2014
gewagt : Lebenswege, die Mut machen
Eigentlich ist es ein Heft für Jugendliche, die gerade dabei sind, nach der Schule ihren Weg zu suchen.
Die Lebenswege verlaufen heute nicht mehr geradlinig wie früher, Schule, Abitur, Lehre, Studium, eine Firma bis zur Rente. Alles scheint offen und gerade das macht es auch erst einmal schwer, seinen Weg zu finden.
Sicher kann man raten, mach was Du fühlst, was Dich berührt, aber auch das ist manchmal so verwirrend.
So ist dieses Heft, der ungeraden Lebenswege ein wunderbarer Aufruf, sich zu entspannen, den Impulsen zu folgen, auch wenn der Verstand, das Umfeld, die Gesellschaft etwas anderes behaupten.
Auf vorgetrampelten Pfaden zu wandeln mag einfacher sein, aber ich werde vielleicht nie meinen Weg gehen.
Und hier der link zu den Organisatoren : http://gewagt.info/
Die Lebenswege verlaufen heute nicht mehr geradlinig wie früher, Schule, Abitur, Lehre, Studium, eine Firma bis zur Rente. Alles scheint offen und gerade das macht es auch erst einmal schwer, seinen Weg zu finden.
Sicher kann man raten, mach was Du fühlst, was Dich berührt, aber auch das ist manchmal so verwirrend.
So ist dieses Heft, der ungeraden Lebenswege ein wunderbarer Aufruf, sich zu entspannen, den Impulsen zu folgen, auch wenn der Verstand, das Umfeld, die Gesellschaft etwas anderes behaupten.
Auf vorgetrampelten Pfaden zu wandeln mag einfacher sein, aber ich werde vielleicht nie meinen Weg gehen.
Und hier der link zu den Organisatoren : http://gewagt.info/
Montag, 16. Juni 2014
Father, Son
Für alle Kinder und Väter, gebt nicht auf, zu lösen, was euch trennt und zu finden, was euch vereint.
Peter Gabriel : Father, Son
Peter Gabriel : Father, Son
Dienstag, 15. April 2014
Liebeslied im alten Stil
von Konstatin Wecker
Habe es grad in einer Version mit Hannes Wader gehört.
Ein wunderschönes Liebeslied, vergiss für den Moment den ganzen zähen Kleber aus Gedanken, alten Gefühlen und Ängsten. Lass Dich treiben, lebe und liebe.
Komm, mein Lieb, wir lassen uns
den Fluß hinuntertreiben,
keiner weiß, wohin das Ganze führt.
Ganz egal, wie wir hernach zusammen bleiben,
Hauptsache, wir haben uns gespürt.
Was für ein Gefühl,
tiefer als das Meer,
doch wie tief ist das Meer?
Komm, mein Lieb, wir lassen uns
den Fluß hinuntertreiben,
tun mal wieder so, wie's früher war.
Wellen schlagen sanft, und aus den Wiesen steigen,
sagt man, weiße Nebel, wunderbar.
Was für ein Gefühl,
tiefer als das Meer,
doch wie tief ist das Meer?
Komm, mein Lieb, wir lassen uns
den Fluß hinuntertreiben,
legen alles ab, was uns beengt.
Was für eine Fahrt! Die Erde dampft,
die Trommeln schweigen,
nur noch dieses Wollen, das uns drängt.
Was für ein Gefühl,
tiefer als das Meer,
doch wie tief ist das Meer?
Komm, mein Lieb, wir lassen uns
den Fluß hinuntertreiben,
laß uns schrecklich unvernünftig sein,
und anstatt uns an den Ängsten
endlich aufzureiben,
dringen wir unendlich in uns ein.
Was für ein Gefühl,
tiefer als das Meer,
doch wie tief ist das Meer?
Liebeslied im alten Stil - Konstatin Wecker in Erfurt
Habe es grad in einer Version mit Hannes Wader gehört.
Ein wunderschönes Liebeslied, vergiss für den Moment den ganzen zähen Kleber aus Gedanken, alten Gefühlen und Ängsten. Lass Dich treiben, lebe und liebe.
Komm, mein Lieb, wir lassen uns
den Fluß hinuntertreiben,
keiner weiß, wohin das Ganze führt.
Ganz egal, wie wir hernach zusammen bleiben,
Hauptsache, wir haben uns gespürt.
Was für ein Gefühl,
tiefer als das Meer,
doch wie tief ist das Meer?
Komm, mein Lieb, wir lassen uns
den Fluß hinuntertreiben,
tun mal wieder so, wie's früher war.
Wellen schlagen sanft, und aus den Wiesen steigen,
sagt man, weiße Nebel, wunderbar.
Was für ein Gefühl,
tiefer als das Meer,
doch wie tief ist das Meer?
Komm, mein Lieb, wir lassen uns
den Fluß hinuntertreiben,
legen alles ab, was uns beengt.
Was für eine Fahrt! Die Erde dampft,
die Trommeln schweigen,
nur noch dieses Wollen, das uns drängt.
Was für ein Gefühl,
tiefer als das Meer,
doch wie tief ist das Meer?
Komm, mein Lieb, wir lassen uns
den Fluß hinuntertreiben,
laß uns schrecklich unvernünftig sein,
und anstatt uns an den Ängsten
endlich aufzureiben,
dringen wir unendlich in uns ein.
Was für ein Gefühl,
tiefer als das Meer,
doch wie tief ist das Meer?
Liebeslied im alten Stil - Konstatin Wecker in Erfurt
Montag, 14. April 2014
Das Gewicht der Dinge
Wir ziehen um. Seit Jahren trage ich mein und unser gelebtes Leben vom Boden herunter. Das meiste werfe ich weg, weil es nicht mehr zu verwerten ist. Angefangen habe ich mit meinem Leben als Architekt und Fotograf. Das waren allein Tonnen von Papier, keine Ahnung, wie wir das alles auf den Boden bekommen haben. Alte Modelle, Unmengen Bücher, Zeitschriften, Akten, Gesetze usw. Dieses Jahr war sogar die Aufhebefrist für die Steuerunterlagen vorbei und auch das Papier ging den Weg des Recyclings.
Seit einem Jahr sind wir dabei unser Leben als Cafebetreiber vom Boden zu tragen. Hier sind wirklich viele brauchbare Dinge angehäuft. Aber es gibt wenige Abnehmer für Tassen und Teller, Besteck, Küchenutensilien usw. usw., die Menschen sind, scheints, gut ausgestattet oder kaufen lieber neu.
Und dann sind da noch die Dinge, die sich ohnehin in 25 Jahren Haushaltsführung ansammeln, die noch immer praktisch, aber seit einem sehr sehr langen Moment nicht gebraucht werden.
In mir ist der große Drang alles "in die Tonne zu kloppen". Es ist weniger das Gefühl, ich könnte es noch gebrauchen, irgendwann, als der Respekt vor den Dingen, vor Arbeit, Energie, dass ich es einfach nicht übers Herz bringe, die Tonne aufzumachen und alles wegzuwerfen.
Was also anfangen mit den angehäuften Dingen?
Ich fühle ihr Gewicht und dieses Gewicht wird allmählig zur Last. Ich werde noch einmal versuchen, Interessenten zu finden. Wenn das nicht fruchtet, gehen die Dinge wieder in den Kreislauf. Vielleicht wird dann aus hunderten Schrauben ein Fahrrad (Davon kann man in Halle nicht genug haben, soviel wie die Drahtesel geklaut werden. ;) ). Und ich fahre eines Tages auf meinen alten Schrauben durch die Lande.
Aber vielleicht bin ich ja dann auch schon den Rundlauf der Dinge gegangen und sitze als Martha auf dem Fahrrad.
Seit einem Jahr sind wir dabei unser Leben als Cafebetreiber vom Boden zu tragen. Hier sind wirklich viele brauchbare Dinge angehäuft. Aber es gibt wenige Abnehmer für Tassen und Teller, Besteck, Küchenutensilien usw. usw., die Menschen sind, scheints, gut ausgestattet oder kaufen lieber neu.
Und dann sind da noch die Dinge, die sich ohnehin in 25 Jahren Haushaltsführung ansammeln, die noch immer praktisch, aber seit einem sehr sehr langen Moment nicht gebraucht werden.
In mir ist der große Drang alles "in die Tonne zu kloppen". Es ist weniger das Gefühl, ich könnte es noch gebrauchen, irgendwann, als der Respekt vor den Dingen, vor Arbeit, Energie, dass ich es einfach nicht übers Herz bringe, die Tonne aufzumachen und alles wegzuwerfen.
Was also anfangen mit den angehäuften Dingen?
Ich fühle ihr Gewicht und dieses Gewicht wird allmählig zur Last. Ich werde noch einmal versuchen, Interessenten zu finden. Wenn das nicht fruchtet, gehen die Dinge wieder in den Kreislauf. Vielleicht wird dann aus hunderten Schrauben ein Fahrrad (Davon kann man in Halle nicht genug haben, soviel wie die Drahtesel geklaut werden. ;) ). Und ich fahre eines Tages auf meinen alten Schrauben durch die Lande.
Aber vielleicht bin ich ja dann auch schon den Rundlauf der Dinge gegangen und sitze als Martha auf dem Fahrrad.
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