Freitag, 31. Mai 2013

Dualität

Kennt Ihr das, ein dicker Tag steht bevor, nochmal richtig schlafen, um ihn ausgeruht angehen zu können und dann liegst du zwei Stunden vor dem Wecken wach im Bett.
So geht es mir heute.
Vielleicht ist es der stürmische Regen, der draußen die Eiche massiert, vielleicht die Aufregung, die mich den Tag verlängern lassen. Auf jeden Fall habe ich Zeit hier zu schreiben und den Tag bewusster zu beginnen.

Im Tantra, heißt es, ist die Dualität aufgehoben. Du kannst ohne die Wut das Mitgefühl nicht transformieren, ohne Sex nicht die Liebe. Bewusstheit ist dabei der Transformator.

So werde ich heute bewusst unseren letzten Tag im Cafe zelebrieren, wahrnehmen, was passiert und feiern, mit meiner Frau, meiner Familie und allen, die Lust darauf haben. Ich habe viele Empfindungen in den letzten Wochen im Zusammenhang mit der Schließung des Cafes gehabt, Wut, Trauer, Angst, Überlastung, aber auch Lust auf Neues, Mitgefühl, Freude, Dankbarkeit, Kraft, Liebe.

Egal, wo die Reise nun hingeht, ob Neustart des Cafes oder etwas ganz anderes, dieser Teil meiner Reise ist intensiv, prägend, verändernd und wichtig in jedem Moment gewesen.

Danke.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Was...

... für eine Zeit. Ich weiß, das sagt sich so leicht dahin. Seit meinem letzten Post steht bald kein Stein mehr auf dem anderen. Ich nenne es mal Entwicklung, weil es sich im Nachhinein so anfühlt, aber oftmals könnte es Quälerei heißen.
Wir gehen selten bewusst in Situationen, in denen sich in unserem Leben etwas verändert, etwas löst, in der Regel gibt uns das Leben einen kräftigen Schubs. Manchmal straucheln wir, manchmal fallen wir, oft fühlen wir uns verletzt. Und gerade da, wo es am meisten schmerzt, lohnt es sich genauer hinzuschauen.
Im Moment hilft mir gerade ein Zeitchen in Demut, wir müssen unser Cafe schließen, weil wir das Lokal verlassen müssen, es gibt zwar einen Ausblick auf einen neuen Standort, der Entwicklung bedeutet, aber es ist alles offen, vor allem weil das notwendige Geld fehlt. Und im Moment sieht es nicht danach aus, das es vorhanden sein wird.
Es fällt mir schwer, den Dingen seinen Lauf zu lasssen. Das hat damit zu tun, dass ich "den kräftigen Schubs" als wegweisend annehmen möchte, aber wo muss ich loslassen und wo nicht, bzw. wo werde ich aktiv, einen Weg einzuschlagen. Mein Verstand hat so unglaublich viele Ideen oder schürt Angst, das lenkt mich ab und macht mich müde. Interessanterweise bringt mich gerade diese Müdigkeit zurück in den Moment und es fällt mir wieder leichter, einfach da zu sein.
In zwei Tagen ist es soweit, wir werden mit einer Feier Abschied nehmen und zugleich den Schritt, wohin auch immer, wagen.